Verödung von Krampfadern und Besenreisern: ambulant, ohne Schnitt und ohne Narkose. Die passende Methode wählt der Arzt nach dem Ultraschallbefund.
Operieren ist nicht immer der erste Schritt.
Mit der Sklerotherapie (Verödung) lassen sich feine Besenreiser, retikuläre Venen, mittelgroße Krampfadern und in vielen Fällen auch Stammvenen minimalinvasiv und ambulant behandeln. Dabei wird ein Verödungsmittel in die betroffene Vene gespritzt, entweder flüssig oder als feiner Schaum. Welche Form zum Einsatz kommt, müssen Sie nicht vorab entscheiden: Das legt Dr. Andrei Nistor nach der Ultraschalluntersuchung fest, oft auch erst während der Behandlung.
Das Verödungsmittel reizt die Innenwand der Vene gezielt. Die Venenwände verkleben und die Vene verschließt sich dauerhaft. Der Körper baut das verschlossene Gefäß in den folgenden Wochen auf natürliche Weise ab, das Blut fließt über die gesunden Venen weiter.
Das Wirkprinzip ist bei beiden Formen gleich, sie unterscheiden sich in Konsistenz und Einsatzgebiet:
In der Praxis entscheiden wir nicht nach Schema, sondern nach Ihrem Befund. Häufig ist die Kombination beider Formen am wirksamsten, für allerfeinste Äderchen ergänzt durch den Gefäßlaser.
Schritt 1 - Ultraschall und Planung: Vor jeder Verödung steht die duplexsonographische Untersuchung. Wir kartieren Ihre Venen und prüfen, ob hinter den sichtbaren Äderchen eine tiefer liegende Undichtigkeit (Reflux) steckt. Wird die Ursache nicht mitbehandelt, kommen verödete Besenreiser oft schnell wieder.
Schritt 2 - Die Behandlung: Im Liegen markieren wir die Zielvenen und spritzen das Verödungsmittel über eine feine Nadel, bei größeren Venen unter Ultraschallkontrolle. Sie spüren allenfalls ein kurzes Ziehen, Brennen oder Druckgefühl. Je nach Befund dauert eine Sitzung etwa 15-40 Minuten.
Schritt 3 - Kompression und Kontrolle: Direkt danach tragen Sie einen Kompressionsstrumpf oder eine Binde, je nach Befund für einige Tage bis Wochen. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht. Bei einer Kontrolle nach einigen Wochen prüfen wir das Ergebnis und veröden bei Bedarf feine Reste nach.
Die Sklerotherapie ist meist eine Serienbehandlung. Einzelne Besenreiser brauchen oft 1-2 Sitzungen, ausgedehnte Netze an beiden Beinen eher 3-5, im Abstand von etwa 4-6 Wochen. Pro Sitzung behandeln wir so viel, wie es sicher ist, nicht so viel wie möglich: Zu großflächige Behandlungen erhöhen das Risiko von Verfärbungen. Vor dem Start erhalten Sie von uns einen realistischen Plan mit Sitzungsanzahl und Kostenrahmen.
Die Sklerotherapie ist ein etabliertes, leitlinienorientiertes Verfahren mit wenigen Nebenwirkungen. Am häufigsten sind vorübergehende bräunliche Verfärbungen entlang der behandelten Venen, die sich in der Regel von selbst zurückbilden. Selten treten kleine Hautreaktionen oder oberflächliche Venenentzündungen auf. Sehr selten sind allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel oder, bei der Behandlung größerer Venen, thrombotische Ereignisse. Ihre persönliche Risikosituation, etwa eine Thromboseneigung oder Allergien, klären wir vor der Behandlung.
Flüssig oder Schaum: Muss ich mich entscheiden?
Nein. Welche Form für welche Vene geeignet ist, entscheidet der Arzt anhand des Ultraschalls, oft werden beide in derselben Sitzung kombiniert.
Tut die Behandlung weh?
Die Injektion erfolgt mit sehr feinen Nadeln. Die meisten Patientinnen und Patienten spüren nur einen kurzen Druck, ein leichtes Brennen oder ein Wärmegefühl.
Muss ich Krampfadern überhaupt behandeln lassen?
Nicht jede Varize braucht sofort eine Therapie. Unbehandelte Stammvarizen können aber fortschreiten und Beschwerden wie Schwellung, Schweregefühl oder Hautveränderungen verursachen. Der Gefäßcheck schafft Klarheit über Ihr persönliches Risiko.
Kommen Besenreiser und Krampfadern wieder?
Die verödeten Venen bleiben dauerhaft verschlossen. Da Veranlagung und Lebensstil bestehen bleiben, können sich an anderer Stelle neue bilden. Diese lassen sich in einer kurzen Nachsitzung mitbehandeln.
Bin ich nach der Behandlung arbeitsfähig?
Ja. Die Sklerotherapie ist ambulant, die meisten Patientinnen und Patienten gehen direkt danach ihren gewohnten Tätigkeiten nach. Sport empfehlen wir erst nach wenigen Tagen.
Kann ich die Behandlung auch im Sommer machen?
Grundsätzlich ja. Wichtig ist, die behandelten Stellen konsequent vor Sonne zu schützen, solange Verfärbungen abheilen. Größere Behandlungsserien planen wir bevorzugt in der sonnenärmeren Jahreshälfte.
Warum zur Facharztpraxis statt ins Kosmetikstudio?
Besenreiser sind Venen, ihre Behandlung ist Phlebologie. Wir schließen per Ultraschall eine tiefer liegende Venenschwäche aus, behandeln medizinisch dokumentiert und erkennen, wenn mehr dahintersteckt als ein kosmetisches Thema. Mehr dazu auf der Seite Besenreiser entfernen.
Die klassische Varizen-Operation hat nach wie vor ihre Berechtigung, für ausgedehnte Stammvarizen mit hohem Reflux kann sie die schnellste dauerhafte Lösung sein. Die Sklerotherapie punktet bei Besenreisern, mittelgroßen Befunden, Seitenästen und Rezidiven: ohne Narkose, ohne Operationsrisiko und mit sofortiger Alltagsfähigkeit. Welche Strategie für Sie die richtige ist, zeigt der Ultraschall. Wir beraten Sie ehrlich, auch wenn die Antwort eine Operation ist. In vielen Fällen lassen sich beide Verfahren sinnvoll kombinieren.
Mehr zu Krampfadern allgemein, zum Venenarzt in Coburg und zur venösen Diagnostik lesen Sie auf den Seiten Krampfadern behandeln, Venenarzt und Venen-Ultraschall.
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