Gefäßmedizin
Schonende ultraschallgesteuerte Behandlung von Krampfadern ohne klassische Operation.
Operieren ist nicht immer der erste Schritt.
Mit der modernen Schaum-Sklerosierung lassen sich mittelgroße Krampfadern, Seitenastvarizen und in vielen Fällen auch Stammvenen minimalinvasiv und ambulant behandeln.
Bei der Schaum-Sklerosierung wird ein flüssiges Verödungsmittel unmittelbar vor der Behandlung zu einem feinporigen Schaum aufgeschäumt. Der Schaum verdrängt das Blut aus der Vene und legt sich direkt an die Venenwand – dort entfaltet das Medikament seine volle Wirkung: Die Innenwand wird gezielt gereizt, verklebt und verschließt sich dauerhaft. Der Körper baut das verschlossene Venensegment in den Folgewochen auf natürliche Weise ab.
Entscheidend ist die Ultraschallsteuerung: Unter duplexsonographischer Sichtkontrolle platzieren wir den Schaum millimetergenau in der Zielvene – auch in Abschnitten, die von außen nicht sichtbar sind. Die Behandlung erfolgt ambulant, ohne Schnitt und ohne Narkose.
Die Schaum-Sklerosierung ist die Methode der Wahl für mittelgroße Krampfadern: Seitenastvarizen, retikuläre Venen und bestimmte Formen der Stammvarikose. Auch sogenannte Rezidivvarizen – Krampfadern, die nach früheren Behandlungen erneut auftreten – lassen sich mit dem Schaumverfahren oft elegant behandeln, wo eine erneute Operation schwierig wäre.
Für die ganz feinen, oberflächlichen Besenreiser ist der flüssige Schaum zu grobporig; hier ist die Flüssig-Sklerosierung oder der Gefäßlaser die präzisere Wahl. Welches Verfahren für Ihren Befund das richtige ist, klären wir nach der Duplex-Sonographie – oft ist auch eine Kombination mehrerer Methoden sinnvoll.
Schritt 1 – Gefäßmapping: Vor jeder Sklerosierung steht die vollständige duplexsonographische Untersuchung. Wir kartieren Ihre Venen, lokalisieren die Undichtigkeitsstellen (Refluxe) und planen, welche Abschnitte verödet werden müssen – die Ursache, nicht nur die sichtbaren Krampfadern.
Schritt 2 – Die Behandlung: Im Liegen markieren wir die Zielvenen und injizieren den Schaum unter Ultraschallkontrolle über eine feine Nadel. Sie spüren allenfalls ein kurzes Druck- oder Wärmegefühl. Je nach Befund behandeln wir mehrere Venenabschnitte in einer Sitzung; typisch sind 15–30 Minuten.
Schritt 3 – Kompression und Kontrolle: Direkt danach ziehen Sie den Kompressionsstrumpf an, den Sie für einige Tage bis Wochen tragen. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht – Spazierengehen unterstützt den Heilungsverlauf. Nach 1–2 Wochen folgt eine duplexsonographische Kontrolle: Wir prüfen den Behandlungserfolg und veröden bei Bedarf feine Reste nach.
Schaum-Sklerosierungen sind ein etabliertes, leitlinienorientiertes Verfahren, das ambulant und schonend durchgeführt wird. Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es Risiken: Vorübergehende Hautverfärbungen entlang der behandelten Vene kommen vor und bilden sich meist von selbst zurück. In seltenen Fällen können oberflächliche Venenentzündungen auftreten; sehr selten sind allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel oder – bei sehr seltenen Konstellationen – thrombotische Ereignisse. Wir besprechen Ihre persönliche Risikosituation im Beratungsgespräch und dokumentieren die Behandlung sorgfältig.
Tut die Behandlung weh?
Die Injektion erfolgt mit feinen Nadeln; die meisten Patientinnen und Patienten spüren nur einen kurzen Druck oder ein Wärmegefühl.
Muss ich Krampfadern überhaupt behandeln lassen?
Nicht jede Varize braucht sofort eine Therapie – aber unbehandelte Stammvarizen können fortschreiten und Beschwerden wie Schwellung, Schweregefühl oder Hautveränderungen verursachen. Der Gefäßcheck schafft hier Klarheit über Ihr persönliches Risiko.
Kommen die Krampfadern wieder?
Die verödeten Venen bleiben dauerhaft verschlossen. Da Veranlagung und Lebensstil bestehen bleiben, können sich an anderer Stelle neue Varizen bilden – dem beugen wir mit Verlaufskontrollen vor.
Bin ich nach der Behandlung arbeitsfähig?
Ja. Die Schaum-Sklerosierung ist ambulant und belastet Sie kaum: Die meisten Patientinnen und Patienten gehen direkt danach ihren gewohnten Tätigkeiten nach –Sport empfehlen wir erst nach wenigen Tagen.
Mehr zu Krampfadern allgemein, zum Venenarzt in Coburg und zur venösen Diagnostik lesen Sie auf den Seiten Krampfadern behandeln, Venenarzt in Coburg und Venen-Ultraschall.
Die klassische Varizen-Operation (Stripping) hat nach wie vor ihre Berechtigung – für ausgedehnte Stammvarizen mit hohem Reflux kann sie die schnellste dauerhafte Lösung sein. Die Schaum-Sklerosierung punktet dagegen bei mittelgroßen Befunden, Seitenästen und Rezidiven: ohne Narkose, ohne Operationsrisiko, ohne Krankschreibung und mit sofortiger Alltagsfähigkeit. Welche Strategie für Ihre Venensituation die erfolgreichste ist, ist keine Glaubensfrage, sondern eine Ultraschallfrage: Nach dem duplexsonographischen Mapping beraten wir Sie ehrlich – auch dann, wenn die Antwort „weiter zum Gefäßchirurgen" lautet. In vielen Fällen lassen sich Operation und Sklerosierung auch sinnvoll kombinieren.
Unser Fokus liegt auf schonenden, modernen und individuellen Behandlungskonzepten der Gefäßmedizin.
Abrechnung erfolgt nach GOÄ.