Gefäßmedizin
Moderne Ultraschalldiagnostik zur frühzeitigen Erkennung arterieller Durchblutungsstörungen.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist häufig ein Warnsignal für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere kardiovaskuläre Erkrankungen.
Mit moderner arterieller Duplexsonographie und ABI-Diagnostik lassen sich Durchblutungsstörungen, Gefäßverengungen und arterielle Veränderungen frühzeitig erkennen.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) entsteht, wenn Arterien in den Beinen durch Arteriosklerose eingeengt oder verschlossen werden. Das tückische: Sie entwickelt sich über Jahre schleichend – viele Betroffene bemerken zunächst nur gelegentliches Muskelverspannen beim Gehen, das als „Alter" abgetan wird. Erst in fortgeschrittenen Stadien treten Schmerzen in Ruhe, Wunden oder Gewebeunterversorgung auf.
Doch die pAVK ist mehr als ein Beinproblem: Wer Verengungen in den Beinarterien hat, hat häufig auch Ablagerungen in Herz- und Halsschlagadern. Die Diagnose „pAVK" ist damit ein Frühwarnsignal für Herzinfarkt und Schlaganfall – und die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern.
Der Knöchel-Arm-Index (Ankle-Brachial-Index) ist eine einfache, schmerzfreie und äußerst aussagekräftige Messung: Wir legen Blutdruckmanschetten an beiden Knöcheln und Oberarmen an und ermitteln per Ultraschall-Sonde, bei welchem Druck die Pulse gerade noch tastbar sind. Der Quotient aus Knöchel- und Armdruck ergibt den ABI – ein Wert, der objektiv zeigt, wie gut Ihre Beinarterien durchblutet sind.
Die Messung dauert etwa 15 Minuten, erfordert keine Vorbereitung und liefert sofort ein belastbares Ergebnis. In Kombination mit der arteriellen Duplexsonographie entsteht so ein präzises Bild Ihres Gefäßstatus – inklusive Lokalisierung von Engstellen und Beurteilung der Flussgeschwindigkeiten.
Schritt 1 – Anamnese und klinische Untersuchung: Wir besprechen Ihre Beschwerden, Risikofaktoren (Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterin, familiäre Vorbelastung) und erheben den Pulsstatus.
Schritt 2 – Messung: ABI-Messung und, nach Indikation, die arterielle Duplexsonographie Ihrer Beinarterien. Beides ist schmerzfrei und ambulant.
Schritt 3 – Befund und Plan: Sie erhalten Ihr Ergebnis persönlich erläutert – inklusive Ihrer kardiovaskulären Risikoeinschätzung und eines konkreten Vorsorgeplans. Bei therapiebedürftigen Befunden besprechen wir die nächsten Schritte in Ruhe und in Abstimmung mit Ihren behandelnden Ärzten.
Empfohlen wird sie bei Beschwerden wie Beinschmerzen beim Gehen, Kältegefühl in den Füßen, schlecht heilenden Wunden oder tastbaren Pulsunterschieden. Zur Vorsorge ist sie sinnvoll ab 60 Jahren – früher bei Rauchern, Diabetikern, Bluthochdruckpatienten oder familiärer Belastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn eine gefundene pAVK ändert nichts nur an der Beinbehandlung: Sie rechtfertigt ein konsequentes Risikomanagement fürs gesamte Herz-Kreislauf-System.
Muss ich nüchtern zur Untersuchung kommen?
Nein – die ABI-Messung und die Duplexsonographie benötigen keine Vorbereitung. Bringen Sie Ihre Medikamentenliste mit; bestimmte blutverdünnende Medikamente sind relevant für die Einordnung.
Was passiert bei einem auffälligen Befund?
Dann wird es konkret: Wir ordnen den Befund ein, prüfen ob eine weitergehende Diagnostik oder Therapie nötig ist und stimmen das Vorgehen mit Ihnen und Ihren behandelnden Ärzten ab. Viele Engstellen lassen sich konservativ begleiten; einige erfordern eine gefäßmedizinische Intervention.
Zur Orientierung: Ein ABI zwischen 0,9 und 1,3 gilt als normal – Ihre Beinarterien sind gut durchblutet. Werte unter 0,9 deuten auf eine Durchblutungsminderung hin; je niedriger der Wert, desto ausgeprägter die Einengung. Werte über 1,3 können auf Gefäßverkalkungen hindeuten, die die Messung verfälschen – auch das erkennen wir. Die Duplexsonographie liefert dann das genauere Bild: Lokalisation, Länge und Schweregrad einer Engstelle, Flussgeschwindigkeit und Wandbeschaffenheit. Sie erhalten Ihre Werte im Gespräch erklärt und verständlich eingeordnet – keine Zahl ohne Bedeutung.
Kann ich meine Werte auch vorbeugend checken lassen?
Selbstverständlich – ein großer Teil unserer arteriellen Diagnostik ist Vorsorge, nicht Beschwerdemedizin. Gerade wenn in Ihrer Familie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes vorkommen, verschafft Ihnen eine einmalige Basis-Messung Klarheit über Ihren Ist-Zustand.
Passend dazu: der Gefäßcheck als umfassende Vorsorge, die Sprechstunde für Durchblutungsstörungen, die Ultraschall-Vorsorge der Halsschlagader und der Gefäßchirurg Dr. Andrei Nistor.
Unser Ziel ist eine moderne, präzise und präventive Gefäßmedizin mit Fokus auf langfristige Gefäßgesundheit und Lebensqualität.
Abrechnung erfolgt nach GOÄ.
Ein ABI-Ergebnis führt medizinisch immer in eine von drei Richtungen: Normalbefund – dann ist Ihre periphere Durchblutung gut belegt, und wir konzentrieren uns auf Risikovorsorge (die pAVK-Prävention ist vor allem Lebensstil- und Risikofaktoren-Arbeit). Grenzfall oder frühe Veränderung – dann empfiehlt sich ein Kontrollintervall, kombiniert mit aktiver Risikoreduktion; gerade Raucher und Diabetiker profitieren hier von konsequentem Gegensteuern. Klar pathologischer Befund – dann schließt sich die erweiterte Diagnostik an (Doppler-Druckmessung einzelner Abschnitte, ggf. Bildgebung), um die Engstelle zu lokalisieren und die nächste Stufe – von Medikamenten bis Revaskularisation – zu planen. Wichtig zu wissen: Eine arterielle Verschlusskrankheit ist fast nie nur ein Bein-Problem – dieselben Gefäßwände tragen auch Herz und Hirn. Deshalb wird aus Ihrem ABI-Befund bei uns immer auch eine übergeordnete kardiovaskuläre Einordnung.